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Schule

Kinder beim Unterricht

Die Anna-Freud-Schule

Die Anna-Freud-Schule (AFS) wurde benannt nach der Tochter von Sigmund Freud, die als Primarschullehrerin und Psychoanalytikerin wichtige Brücken zwischen therapeutisch fundiertem Wissen und pädagogischer Praxis zum Verständnis von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Problemen geschlagen hat. Die AFS ist eine „Schule für Kranke“, die – bis auf sehr wenige Ausnahmen - ausschließlich für die schulische Versorgung der stationär untergebrachten jungen Patienten/ Patientinnen der Klinik Lahnhöhe zuständig ist.

Ausgehend von einer Lehrer-Schüler-Relation von 1:6,7, unterrichten zurzeit 16 Kolleginnen und Kollegen (ca. 12,5 Planstellen) an der AFS. Das Stammkollegium besteht aus 8 SonderschulkollegInnen, einer Haupt- und Realschullehrerin und einer Grundschullehrerin (die im Moment in Giessen Sonderpädagogik studiert). Zurzeit decken 6 abgeordnete Kolleginnen und Kollegen – meist aus dem gymnasialen Bereich –einen erheblichen Teil des Fachunterrichts für die Real- und GymnasialschülerInnen ab.

Die Schule hat 68 Schülerinnen und Schüler im Alter von 6 bis zu 18 - manchmal bis zu 20 - Jahren, von denen bis zu 7 Patienten aus dem Bereich des Maßregelvollzugs sind.

Die SchülerInnen kommen aus Grund-, Haupt- und Real- bzw. beruflichen Schulen sowie Gymnasien, vielen (vor-) beruflichen Qualifi­zierungs­maßnahmen (z.B. BVJ/Eibe ) und sämtlichen Typen des Sonderschulwesens (meist Lh, PB, Eh, SB, aber auch Kranke/ Blinde und andere). Seit vielen Jahren wird auch erfolgreich versucht, noch nicht schulpflichtige bzw. schulreife Kinder in einer Vorschulklasse ( phasenweise auch gemeinsam mit Erstklässlern ) gezielt zu fördern.

Unterrichtliche Angebote

Unterrichtet wird auf der Grundlage der gültigen Rahmenpläne der „Stammschule“ jedes einzelnen Schülers in erster Linie in den Kernfächern Mathematik, Deutsch und Englisch. Natürlich sind aber auch Erdkunde, Geschichte, Politik und Wirtschaft (bzw. Gesellschaftslehre), Französisch, Physik, Sachkunde, Biologie sowie seit 05/06 Chemie Teil des Schulcurriculums. Diese Palette wird noch ergänzt durch den einmal in der Woche stattfindenden Neigungsgruppentag, an dem sich die Kinder und Jugendlichen entsprechend ihren Interessen in zwei- bis vierstündige Kurse aus den Bereichen Kunst, Polytechnik, Informatik und Sport einwählen können.

Die meiste Zeit wird in möglichst altershomogenen Stammklassen von 2 – 8 Kindern/Jugendlichen unterrichtet, die jeweils einem Klassenlehrer zugeordnet sind. In der übrigen Zeit ist Raum für Differenzierungsunterricht: Dieser beinhaltet Fachunterricht in Englisch bzw. den angebotenen Nebenfächern sowie Fördergruppen mit speziellen Schwerpunkten (LRS, Dyskalkulie, spezielles Lesetraining). Einige der 5. Stunden können variabel unterschiedlichen Zwecken dienen: Hier ist Einzelförderung mit Schülerinnen/Schülern möglich, die entweder (noch) nicht gruppenfähig sind und/oder besondere, individuelle Zuwendung brauchen oder aber die Stunde dient diagnostischen Zwecken; neue Schüler haben ebenfalls in solchen Einzelsituationen Erstkontakt mit der jeweiligen Lehrkraft.

Wenn es für eine Schülerin/einen Schüler nach Ansicht von Therapeuten und Schule sinnvoll erscheint, wird eine externe Beschulung an einer öffentlichen Schule in Marburg durchgeführt.

Die Anna-Freud-Schule (AFS) ist in einem Parterre gelegenen Flur des Hauptgebäudes des KJP in unmittelbarer Nähe der 4 Stationen der Lahnhöhe untergebracht. Der Neubau eines Schulpavillons, der vermutlich im Sommer 06 abgeschlossen sein wird, bietet zusätzliche räumliche Ressourcen – vor allen Dingen für den naturwissenschaftlichen Unterricht und im Bereich der Informatik.

Der Unterricht für Jugendliche im Maßregelvollzug findet je nach Handhabung der Ausgangsmöglichkeiten nur auf Station oder im Schulgebäude der AFS statt.

Ziele und Rahmenbedingungen der Schule

Ein wesentliches Kennzeichen unserer Schule ist die außergewöhnlich große Heterogenität unter den Kindern und Jugendlichen. Sie bezieht sich auf Alter und Herkunft, besuchte Schulformen, Schulstufen bzw. Schultypen. Wir erleben auch die gravierenden Unterschiede im Hinblick auf die gesamte Persönlichkeit der SchülerInnen, der jeweilige Hintergrund schulischer Erfahrungen, das Profil der Fähigkeiten bzw. der besonderen Problembereiche sowie die spezifischen Lebensumstände in Familie und sozialer Umwelt.

Durch die limitierte klinische Behandlungsdauer steht oft nur eine kurze Zeit im Hinblick auf eine schulische Förderung zur Verfügung.

Auf Grund dieser Faktoren und dem jeweils individuellem Bild der psychischen Erkrankung verlangt unsere Schulform eine in sehr hohem Maße von der Lebenssituation und den Bedürfnissen des Einzelnen ausgehende individuelle schulische Betreuung der SchülerInnen. Die folgenden Ziele sind uns dabei besonders wichtig:

Die Konkretisierung dieser berücksichtigt die folgenden Punkte:

Entscheidend für den Erfolg der unterrichtlichen Arbeit ist u.a. auch ein enger Kontakt der Lehrer untereinander, der Austausch von Informationen mit den „Stammschulen“ bzw. Einrichtungen der Jugendhilfe und die multiprofessionelle Zusammenarbeit mit den verschiedenen Berufsgruppen innerhalb des medizinisch-therapeutischen Teams der Klinik.

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Unser Ambulanzgebäude, Haus 16

Quelle: http://www.zsp-mittlere-lahn.de/klinik-lahnhoehe/fachinformationen/stationaer/schule/ [Stand: 04.09.2010]
©2010 Vitos Klinik Lahnhöhe
E-Mail: Dr.Christian.Wolf@vitos-giessen-marburg.de